Interview mit Kathrin von MOMazing

Interview mit Kathrin von MOMazing

Stell dich doch einmal bitte kurz vor. Woher kommst Du und was machst Du beruflich?
Mamasté, ich bin Kathrin, Ehefrau, zweifache Mama, Journalistin und Lehrerin für Prä- und Postnatal Yoga aus Hamburg. Seit wenigen Wochen kümmere ich mich noch um ein drittes Baby: Meinen Mama-Yoga-Blog MOMazing.

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Wie bist Du auf den Namen gekommen?
Der Name ist eine Mischung aus Mom und amazing. Ich finde, Mamas hören in unserer Gesellschaft viel zu selten, wie toll sie sind. Das möchte ich ändern! Deshalb geht es auf MOMazing nicht nur um mich und mein Leben mit zwei kleinen Co-Yogis, sondern auch um viele andere Mamas, Omas, Papas, Opas, die sich für einen Weg Richtung Erleuchtung entschieden haben. Meine Lehre aus fast drei Jahren im Spucktuch-Krabbelgruppen-Spielplatz-Kosmos: Every Mom needs an Om!
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Was erwartet die Leser Deines Blogs?
Von A wie Adi Shakti über M wie Mula Bandha bis Z wie Zen-App kommt alles zur Sprache, was Mamas mit Yogamatte hilft, im Flow zu bleiben. Natürlich auch werdenden Mamas. Als Journalistin habe ich es schon immer geliebt, Menschen zu interviewen. Für den Blog finde ich es super-spannend, Yoga interessierten Mamas und -Papas zuzuhören. Außerdem ist das Schreiben von persönlichen Blog-Artikeln ein tolles Ventil. Bei meiner Kollegin Bettina von Oh my Yogi! haben ich den Satz gelesen: „Wer einatmet, muss auch ausatmen.“ Das hat mich sehr angesprochen.

 Wie sieht Dein Alltag als bloggende Yoga-Mama aus?

Mein Sohn ist zweieinhalb Jahre alt, meine Tochter zehn Monate und mein Mann hat sich erst vor knapp zwei Jahren selbständig gemacht. Bei uns zuhause ist also immer sehr viel los. Ich arbeite, wenn die U-3-Fraktion unseres Haushalts schläft. Sprich früh morgens, mittags und abends. Ich beginne jeden Morgen mit einer kurzen Meditation. Kurz ist überhaupt ein gutes Stichwort: Seit die Minis da sind, ist meine gesamte Yoga-Praxis kompakter geworden.

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Hast Du eine Mama-Morgenroutine?
Am liebsten starte ich den Tag, wenn alle noch schlafen und es ganz ruhig im Haus ist. Diese Stille! Ruhe habe ich überhaupt erst so richtig als Mama zu schätzen gelernt. Nach dem Meditieren mache ich Übungen im Vierfüßler-Stand, ein paar Sonnengrüße, Asanas, die ich gerade brauche und eine Umkehrhaltung. Herz über Kopf, das ist eine sehr schöne Einstimmung auf den Tag.

Hast Du eine Lieblings-Asana?
Seit meiner ersten Pränatal-Yogastunde, die ich als Schülerin bei Spirit Yoga in Berlin erlebt habe: Viparita Karani an der Wand. Diese Haltung ist ein toller Entspannungs-Quickie. Fünf Minuten reichen und ich fühle mich ausgeruht und energetisiert. Ich nenne diese Übung deshalb nur noch MOMasana … (lacht)
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Übst Du auch mit Deinen Kindern?
Total gerne und immer wieder zwischendurch! Das ist dann sehr spielerisch und lustig. Meine kleine Tochter ist auf der Matte über mir, neben mir oder unter mir und mein Sohn ist – wie im echten Leben – immer ganz wild darauf, mir alles nachzumachen. Seine Lieblings-Asana ist der Baum. Das sieht sehr putzig aus, wenn er wie eine windschiefe Nordmanntanne dasteht. Er kommentiert das auch gerne mit Sätzen wie: „Das habe ich super gemacht.“ Wie schön, wenn man sich so von ganzem Herzen loben kann!

In Deinen Interviews fragst Du gerne nach einem Mama-Mantra – hast Du selbst eins?

Endlich fragt mich mal jemand danach! (lacht). Ich habe sogar zwei! Einatmen: Ich bin, ausatmen: Liebe. Das hilft ungemein, gerade bei kleinkindlichen Wutanfällen aller Art. Mein zweites Mama-Mantra lautet: Ich bin mir selbst eine gute Mutter. Das ist gar nicht immer so einfach umzusetzen.

Wie haben Deine Kinder Deinen Blick auf Yoga verändert?
Sie sind definitiv meine wichtigsten Gurus, denn durch sie bin ich geduldiger geworden und habe erfahren, was Bhakti-Yoga ist. Als Mama ist auf einmal alles Yoga, sogar Windeln wechseln! Prägend waren natürlich auch die Schwangerschaften und Geburten. Diese Marathon-Leistung, die unser Körper da hinlegt, das ist schon der Wahnsinn. Kreieren, Annehmen, Vertrauen, Loslassen, Nähren, all diese Begrifflichkeiten wurden für mich auf einmal sehr konkret mit Leben gefüllt. Ich bin durch meine Kinder auch viel kreativer und mutiger geworden. Als Yoga-Lehrerin, Schülerin und als Frau. Ich habe meine Stimme neu entdeckt, weil ich sehr viel singe, anstatt nur Musik zu hören. Als Mutter ist man das stärkste und verletzlichste Wesen der Welt. Dadurch entwickelt man Superkräfte!
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Du unterrichtest selbst Prä- und Postnatal Yoga. Was ist Dir in Deinen Stunden besonders wichtig?
Ich möchte meinen Schülerinnen Selbstbewusstsein, Erdung, Gelassenheit, Kraft und Zuversicht schenken. Für die Schwangerschaft, die Geburt und das Leben als Mama. Ich möchte sie dazu inspirieren, die Schwangerschaft und die Anfangszeit als Mutter so bewusst und achtsam wie möglich zu erleben. Sich mit dem Atem anzufreunden, Bekanntschaft mit dem Beckenboden zu machen und den Körper zu ehren. Mir ist es wichtig, meinen Mamas zu helfen, sich mit ihrer Intuition zu verbinden, sie für das Thema Selbstliebe zu sensibilisieren und sie auf der Matte aufzurichten – für ihren herausforderndem Alltag. Wir Mamas müssen in Balance bleiben und dabei kann Yoga wunderbar helfen.
Warum ist es für Mamas so wichtig, Yoga zu machen?
Yoga ist für mich die beste Art und Weise mich in Selbstliebe zu üben. Ich muss immer wieder ausloten, wie ich meine Yoga-Praxis in das Familienleben integrieren kann und das ist die Herausforderung daran. Mein Mann hat persische Wurzeln und nachdem ich mich in ihn verliebt habe, habe ich mich in den persischen Dichter Hafis verknallt. Von ihm stammt der Satz: „Du bist Deine eigene Grenze, erhebe Dich darüber.“ Das habe ich mir mit Edding hinter meine Mama-Ohren geschrieben.Vielen Dank für das tolle Interview! Wenn dein Intresse geweckt wurde, schau doch mal bei Mama-Yoga-Blog MOMazing vorbei.

Mamasté

Yogablog Ganzwunderbar