Yoga für Männer! Interview mit Yogadu.de

Yoga für Männer! Interview mit Yogadu.de

Heute möchte ich euch Thomas Meinhof von yogadu.de vorstellen.

1. Woher kommst du und was machst du beruflich?

Geboren und aufgewachsen bin ich im sonnigen Karlsruhe, 2011 sind meine Frau und ich nach Berlin gezogen. Wir wollten dort eigentlich nur unser verpasstes Auslandssemester nachholen, am Ende waren wir dann aber doch sechs Jahre dort. Im vergangenen November sind wir zurück nach Süddeutschland gezogen, leben jetzt in München. Dort arbeite ich als Creative Director in Werbeagenturen – seit April übrigens freiberuflich, um zeitlich etwas flexibler für Blog, Yoga und Familie zu bleiben.

Yogadu.de macht Männeryoga

2. Du hast einen Yogablog yogadu.de der sich an Männer richtet. Kannst du uns ein bisschen erzählen, wie du dazu gekommen bist? Wie kam es zu dem Namen?

Wie viele andere Yogis bin ich total der Yoga-Junkie und kann überhaupt nicht verstehen, wie jemand nicht Yoga praktizieren kann und warum es noch immer so wenige Männer in den Klassen gibt. 2016 habe ich dann beschlossen, etwas „Missionierung“ zu betreiben, ich bin ja schließlich auch katholisch (lacht). Nach einigen Monaten mit Yoga-Fotos auf Instagram kam mir die Idee für den Blog, wo ich als Yogi meine große Leidenschaft teilen und mich als gelernter Werbetexter nebenbei etwas austoben kann. Der Name lag für mich als „Yogadude“ dann auf der Hand und die Internet-Adresse war auch noch frei. Glück gehabt.

3. Seit wann machst du Yoga und welche Yogaart übst du aus?

Ich praktiziere seit etwas mehr als vier Jahren regelmäßig Yoga, relativ früh bin ich auf Jivamukti gestoßen und wir haben uns gleich gut verstanden. In Berlin habe ich die meiste Zeit bei Peace Yoga geübt, hier in München bin ich mit den Jivamukti Studios und Patrick Broome Yoga ebenfalls bestens versorgt. Aber natürlich probiere immer gerne neue Sachen aus und teile die Erfahrungen dabei gerne im Blog.

Yoga für wahre Männer

4. Immer noch sieht man in den Yogakursen überwiegend Frauen. Was glaubst du, woran das liegen könnte?

Ich denke, das sind zum Einen die Vorurteile, die es noch immer gibt (http://yogadu.de/maenner-habens-auch-nicht-leicht-yogis-und-vorurteile): Yoga ist ein Frauending, für Yoga muss man mega-gelenking sein, Yoga hat immer auch irgendwas mit einer Sekte zu tun. Außerdem setzen sich Männer nicht so gerne mit sich selbst und ihren Gefühlen auseinander und das ist etwas, was beim Yoga zwangsläufig passiert. Und zu guter Letzt machen Männer ungerne Dinge, in denen Frauen tendenziell „besser“ sind als sie, was natürlich ebenfalls ein unbegründetes Vorurteil ist.

5. Wenn man von Yoga erzählt, sagen Männer direkt, das ist doch nur was für Frauen. Glaubst du, dass viele Männer glauben, dass Yoga schwul ist?

In vielen Männerköpfen stecken Yoga und Schwule auf jeden Fall in derselben Schublade. In diesen Köpfen gibt es auch eine Kausalkette, die Yoga mit Frauen und Frauen mit Schwulen und Frauen und Schwule mit Schwäche in Verbindung bringt. Das ist traurig, bemitleidenswert und leider auch dumm: Yoga ist ein hartes Workout, körperlich und mental. Da kann Hanteldrücken im Fitnessstudio leider nicht mithalten. Ich persönlich spiele aber ganz gerne mit diesen kleingeistigen Klischees, obwohl ich nicht schwul bin. Ich ziehe mir gerne mal eine Leggings für die Yogaklasse an und weiß, dass viele Männer das gar nicht so cool finden. Außerdem gebe ich gerne zu, dass es okay ist, als Mann zu weinen, was beim Yoga auch mal vorkommen kann.

6. Was gibst du Männern mit auf den Weg, damit sie zu Yoga finden?

Lasst es einfach passieren. Ihr braucht nichts, müsst euch nur darauf einlassen, der Rest geschieht von selbst. Jeder sollte es zumindest mal ausprobiert haben. Für manche ist Yoga überhaupt nichts, das kann schon sein. Aber man sollte der Sache eine faire Chance geben, ich habe als Mensch davon nur profitiert.

7. Glaubst du, dass Yoga eine bessere Welt aus unserem Planeten machen würde?

Auf jeden Fall! Achtsamkeit, Rücksichtnahme, Reflektion – das alles ist Yoga. Und das alles würde die Welt auf jeden Fall besser machen. Schau mal in die Gesichter der Leute, die aus einer Yogaklasse kommen: Das ist pures Glück und glückliche Menschen kann es nie genug geben. Der Kanadische Premierminister Justin Trudeau ist ein gutes Beispiel dafür: Er ist ein krasser Yogi, mega gechillt und immerhin der gewählte Chef von einem feinen Land wie Kanada.

Yoga macht glücklich

8. Wie hat Yoga dein Leben verändert?

Yoga verändert mein Leben ziemlich stark: Ich setze mich mit völlig neuen Gedanken auseinander, meditiere und reflektiere. Das hat unter anderem die Prioritäten in meinem Leben stark verschoben. Zeit ist kostbar, Zeit mit der Familie, mit Freunden und natürlich auf der Matte. Vor fünf Jahren war ich ein Typ in einer Werbeagentur, jetzt bin ich Vater, Yogi, Blogger und bald auch noch Yogalehrer. Da geht einiges gerade, und es hört gar nicht auf sich zu bewegen in mir und um mich herum. Und ganz egal, wie stressig oder fordernd das Leben ist: Yoga ist nie etwas, das „auch noch dazu kommt“, sondern mir hilft, das alles zu ordnen und intensiver zu erleben. Und dafür bin ich meinem Yoga ganz schön dankbar.

Vielen Dank, lieber Thomas, für diese nette und ehrliche Interview.
Namaste
Unterschrift Melanie vom Yogablog Ganzwunderbar

 

4 Comments

  1. Vielen Dank, Melanie, für die Vorstellung von yogadu.de! Komme auch aus München und kannte diesen Blog bisher nicht. Auch meine Frau, die 2016 ihre Yogalehrerausbildung im PhysioFlowYoga gemacht hat, kannte ihn nicht.

    Durch meine Frau bin ich auf Yoga gekommen und baue PhysioFlowYoga nun als Warm-Up in meine Trainingseinheiten ein. Dadurch bin ich für einen Kraftsportler relativ flexibel geblieben. Meine Frau ist immer wieder beeindruckt, wie beweglich ich bin.
    Falls sich jemand näher interessiert, welche Asanas ich in mein Warm-Up einbaue, kann dies gerne unter https://www.zinskraft.de/2017/03/04/mein-warm-up-mit-physioflowyoga/ nachlesen. Dort beschreibe ich auch die Yogarichtung Physioflowyoga.

    Großes Lob an deinen Blog, Melanie! Und an alle Männer: Yoga ist ursprünglich den Männern vorbehalten gewesen. Probiert es einfach mal aus!

    Gruß
    Martin von Zinskraft

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